FAQ

Öffentlichkeitsbeteiligung und Kommunikation

Die Entwicklung einer Stadtbahn für Regensburg ist ein umfangreiches Projekt, welches Veränderungen im Stadtbild und in der Verkehrsplanung mit sich bringen wird.
Daher werden, über den gesamten Planungszeitraum hinweg, regelmäßig Projektinformationen veröffentlicht. Es findet eine differenzierte Beteiligung zu einzelnen Planungsständen / Streckenabschnitten statt. Im Zuge des Planungsfortschritts wird die Öffentlichkeit kontinuierlich einbezogen, wobei u.a. eine differenzierte Beteiligung (z.B. für einzelne Streckenabschnitte oder Fahrzeugdesign) vorgesehen ist.

Allgemeines zur Stadtbahn

Was ist die Stadtbahn?

Die Stadtbahn Regensburg ist eine moderne und umweltfreundliche „Straßenbahn“, die weitgehend auf separater Trasse beschleunigt geführt wird. Sie soll eine zukunftsorientierte und zuverlässige Mobilität für die gesamte Bevölkerung ermöglichen. Die Stadtbahn soll dabei optimal mit dem Stadt- und Regionalbusnetz verknüpft sein und auch P+R- sowie B+R-Stationen einbinden.

Warum braucht Regensburg eine Stadtbahn?

Unsere Stadt wächst. Ebenso verhält es sich mit dem Mobilitätsbedarf und dem daraus erwachsendem Verkehr.

Bereits jetzt gelangt das bestehende ÖPNV-Angebot, das bis dato ausschließlich mit Bussen betrieben wird, an seine Grenzen. Eine weitere Verdichtung des Busangebotes – insbesondere auf den aufs Zentrum zulaufenden Strecken – ist kaum mehr möglich. Eine Machbarkeitsstudie ergab, dass eine Stadtbahnlösung für Regensburg eine zukunftsfähige Lösung ist, zumal diese sowohl von der Beförderungskapazität  als auch von ihrer Stadtverträglichkeit (gute gestalterische Integrierbarkeit, geringe Emissionen) die meisten Vorteile bietet.

Weitere Informationen:

Wie ist der Stand der Planung?

Aktuell findet die Grundlagenermittlung (z.B. vorhandene Planungsgrundlagen, Sparten) statt. Eine umfassende Konkretisierung der Stadtbahntrasse des Kernnetzes findet im Rahmen des Masterplans statt, der sich derzeit in der Ausschreibung befindet. In Vorbereitung hierzu wird aktuell in einer Studie ein sogenanntes Bemessungsfahrzeug ermittelt, dessen technische Anforderungen der Trassenplanung zu Grunde gelegt werden sollen. Zu den Ergebnissen des Masterplans ist eine umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen. Anschließend soll die Trasse durch die sogenannte Entwurfs- und Genehmigungsplanung vertiefend aufbereitet werden, so dass für das Projekt über das Planfeststellungsverfahren Baurecht herbeigeführt werden kann, bevor das Projekt in die Bauphase übergeht.

Wie werden Bürger und Öffentlichkeit in das Projekt eingebunden?

Die Entwicklung einer Stadtbahn für Regensburg ist ein anspruchsvolles und umfangreiches Projekt, welches die Chance auf Veränderungen im Stadtbild mit sich bringt. Der Stadtraum kann mit Einführung einer Stadtbahn lebenswerter gestaltet werden. Öffentliche Verkehrsflächen, die heute noch überwiegend vom motorisierten Individualverkehr genutzt werden, können durch eher flächensparende Verkehrsmittel den Menschen zum Leben im zurückgegeben werden.

Über den gesamten Planungszeitraum hinweg dürfte das Projekt – aus unterschiedlichen Perspektiven – im Fokus des öffentlichen Interesses stehen. Ganz bewusst soll deshalb die Bürgerschaft auch intensiv in den Planungsprozess einbezogen werden. Neben regelmäßigen Projektinformationen findet eine differenzierte Beteiligung zu einzelnen Planungsständen sowie zu einzelnen Streckenabschnitten statt.

Wer plant die Stadtbahn?

Die Stadtbahn ist ein Projekt der Stadt Regensburg. Vorhabenträger ist das eigens hierfür eingerichtete Amt für Stadtbahnneubau (ab 2021 als Regiebetrieb der Stadt Regensburg). Die Stadt kooperiert bei der Planung mit der das Stadtwerk Regensburg. Mobilität GmbH (SMO). Beide Partner haben jeweils besondere Zuständigkeiten und Schwerpunkte (siehe Über das Projekt).

Vorstellung Organisation

Streckenführung

Welcher Streckenverlauf ist vorgesehen?

Das Kernnetz der Stadtbahn besteht aus drei Streckenästen in Form eines auf den Kopf gestellten „Y“. Hierauf sollen zwei Linien verkehren:

  • Linie A verläuft vom Universitätsklinikum, über Hauptbahnhof, Dachauplatz, Nibelungenbrücke und DEZ bis Wutzlhofen.
  • Linie B verläuft vom Bahnhof Burgweinting bis zum Hauptbahnhof und danach ebenfalls über Dachauplatz, Nibelungenbrücke und DEZ bis zur Nordgaustraße.

Die Umsetzung des Kernnetzes stellt eine erste Ausbaustufe dar und kann später sukzessive weiterentwickelt werden.

Wird das Umland an die Stadtbahn angebunden?

Da im ersten Schritt ein angemessenes Verhältnis zwischen Infrastrukturinvestition und erzielbarem Nutzen von elementarer Bedeutung ist, sollte das Kernnetz hierfür zunächst auf das Stadtgebiet beschränkt bleiben. Erweiterungen ins Umland werden aber perspektivisch mitgedacht und, wo nötig und vertretbar, planerisch gesichert. Hierzu finden bereits Abstimmungen mit dem Landkreis Regensburg statt: Studie des Landkreises Regensburg zu potientiellen Stadtbahnverlängerungen. Zu einem späteren Zeitpunkt sind diese Ausbauvorhaben erneut zu prüfen.

System

Warum wird nicht in ein leistungsfähiges Bussystem bzw. BRT-System investiert?

Eine Busbahn bzw. ein BRT-System (Bus Rapid Transit) wurde in der Machbarkeitsstudie 2016-2018 intensiv untersucht. Die Nachteile eines BRT-Systems sind:

  • Die Fahrzeuge dürfen nur maximal 24 Meter lang sein (selbst hierfür braucht es bereits eine Sondergenehmigung). Sie bieten dadurch eine zu geringe Beförderungskapazität.
  • Es ist ein eigener Beton-Fahrweg erforderlich, damit eine beschleunigte Führung möglich ist.
  • Der Fahrweg des BRT muss baulich von der Mitbenutzung durch Autoverkehr abgesichert werden; dazu ist ein erhöhter Kantstein zur Abgrenzung vom übrigen Verkehrsraum erforderlich.
  • Die technischen Möglichkeiten der Spurführung sind verschleißanfällig bzw. sie verschlechtern die Fahreigenschaften (optische Spurführung auf der Fahrbahn im Winter unsicher; Mittelschiene sehr störanfällig).
  • Die Leistungsfähigkeit des Systems ist deutlich geringer als bei einer Stadtbahn.
  • BRT-Trassen sind nicht förderfähig!

Wie zukunftstauglich und innovativ kann ein Stadtbahn-System heutzutage sein?

Eine moderne Stadtbahn ist nicht mit der alten zweiachsigen Tram vergleichbar, die 1964 in Regensburg stillgelegt wurde,. Eine moderne Stadtbahn weist neuartige Antriebssysteme auf und bewegt sich stetig und leise im Verkehrsraum. Auch auf eine Oberleitung ist eine moderne Stadtbahn nicht unbedingt angewiesen. Alternativ kann heute die Energiezuführung erfolgen z.B. über eine Stromschiene zwischen Gleisen (Bordeaux), über Supercaps (Nizza) oder Superkondensatormodule in Kombination mit Lithium-Ionen-Batterien (Luxemburg). Auch auf wachsenden Fahrgastbedarf kann eine moderne Stadtbahn reagieren, in dem die vorhandenen Fahrzeuge modular erweitert werden.
Hinsichtlich Gleisbau sind heute schallgedämmte, schwingungsfreie Gleiskörper Standard. Im Gegensatz zu anderen ÖV-Systemen kann ein Netz der Stadtbahn später leichter erweitert und ergänzt werden, ohne dass umfangreiche Umbauten am System selbst vorgenommen werden müssen (wie z.B. bei Kabinenbahnen oder U-Bahnen).

Barrierefreiheit, Umsteigen

Wie werden bei der Stadtbahn die Anforderungen der Barrierefreiheit umgesetzt? Alternative Frage: Ist die Stadtbahn barrierefrei nutzbar?

Fahrzeugboden und Bahnsteighöhe sollen ein barrierefreies Ein- und Aussteigen ermöglichen. Auch für blinde und sehbehinderte Menschen wird dies gewährleistet sein.
Das Stadtbahnsystem wird auch im Hinblick auf das gesamte Streckennetz zum Rückgrat eines barrierefreien ÖPNV-Systems werden, zumal alle Stadtbahnhaltestellen neu gebaut werden und dabei der barrierefreie Zugang zum System gewährleistet wird.

Fahrzeug

Wie wird die künftige Straßenbahn aussehen?

Die finale Wahl des Stadtbahn-Fahrzeug-Typs ist noch nicht gefallen. Einige Kriterien, die das moderne Fahrzeug erfüllen muss, stehen jedoch bereits fest:

  • Länge 37 m (Möglichkeit der Zugbildung)
  • Breite 2,65 m
  • Zweirichtungswagen: zwei Führerstände, Türen auf beidseitig (Wendeschleifen nicht erforderlich)
  • Normalspur 1.435 mm
  • Barrierefreies System: z.B. Niederflurwagen

Straßenraum

Fährt die Stadtbahn auf einer eigenen Trasse?

Die Stadtbahn verkehrt auf rund 80 Prozent der Strecke auf eigener Trasse. Dies ist wichtig, um einen pünktlichen und störungsfreien Betrieb zu gewährleisten. Außerdem geht es um die Sicherung einer hohen Reisegeschwindigkeit.

Gibt es überhaupt genügend Platz für eine Stadtbahn?

Beispiele aus anderen Städten, die eine Stadtbahn wiedereingeführt haben, zeigen, dass auch in engen Abschnitten eine Stadtbahn gut integriert werden kann. Wichtig ist dabei, dass der Querschnitt von Hauskante zu Hauskante gestalterisch sorgsam entworfen wird.
Die Gestaltung der Streckenabschnitte ist entsprechend der städtebaulichen Anforderungen variabel, d. h. von eigener Trasse mit Rasengleis bis zu (kurzen) straßenbündigen Abschnitten im Mischverkehr mit anderen Verkehrsmitteln.

Finanzierung und Förderung

Wie hoch sind die Kosten des Projektes? Wer übernimmt die Investition?

Die Investition in die Trasseninfrastruktur für das 14,5 Kilometer lange Kernnetz wurde durch den Gutachter der Machbarkeitsstudie auf 246 Millionen Euro geschätzt (Preisstand 2016). Kurzbericht Kosten-Nutzen-Untersuchung 

Diese Investitionen ist grundsätzlich nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) zuschussfähig, sofern sich die Investitionskosten durch den erreichten Nutzen wieder aufwiegen. Für diese Beurteilung gibt es das Verfahren der sogenannten „Standardisierten Bewertung“. Dieses wurde in einer ersten Untersuchung auch für das Kernnetz zur Anwendung gebracht. Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass das Projekt Stadtbahn Regensburg absehbar im Bereich der Förderwürdigkeit liegt. Das endgültige Bewertungsverfahren wird nochmals durchgeführt, sobald die Verkehrsanlagen im Detail geplant sind und somit auch die Baukosten hinreichend genau vorliegen.

Bei einem nachgewiesenen Nutzen-Kosten-Quotienten „>1“ erhält die Stadt aus den Programmen des GVFG von Bund und Land Zuschüsse von bis zu 80 Prozent der förderfähigen Infrastrukturbestandteile (Trasse, Haltestellen). Für die Beschaffung der Fahrzeuge bestehen parallel weitere Fördermöglichkeiten.

Haben Sie Fragen oder möchten Sie mehr über das Projekt erfahren? Kontaktieren Sie uns jetzt!